Schützenverein Ostrach  e.V.

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Fischer Christian

  Der Schützenverein Ostrach im Jahr 1971

 

1.Reihe (vorne) von links nach rechts:

Schatt Klaus, Hägele Gottfried, Teufel Karl-Anton, Zembrod Erwin, Klein Alfons, Bachmann Franz, Neher Fritz (Einhart)

 2. Reihe (mitte) von links nach rechts:

Fregin Klaus-Peter, Fischer Eduart, Seifried Hubert, Neher Siegfried sen., Grunau Wolfgang, Sauter Karl (Gunzenhausen) 

3. Reihe (hinten) von links nach rechts:

Renn Anton, noch nicht bekannt, Rothacher Karl-Heinz, Todt, noch nicht bekannt, Kieferle Adolf (K-Wald), Müller Wolfgang, Kusterer Adolf

 

 

Über 250 jährige Schützentradition in Ostrach

Wenn man in die alten Urkunden der Salemschen Herrschaft in Ostrach Einblick nimmt, die immer wieder von den "Ostracher Schießstätten" berichten, so darf man wohl von einer über 250jährigen Schützentradition in Ostrach sprechen. 1707 wird den Schützen zu Ostrach mit Einwilligung des Oberamtmanns Seibold erlaubt, eine Schießstätte, eine Schießhütten an die offene Ravensburger Markh­wegstraße zu pauen." Das heutige Redingersche Haus, am Eingang zur Schießstatt­straße in der Reinhold‑Frank‑Straße, ist heute noch in den Grundzügen als solches zu erkennen. "Die Schützengesellschaft erhält zur Ergänzung des Schützenhäus­leins von der gnädigen Herrschaft holtz und tach gratis zugewiesen, die übrige Besorgung aber wird der Gesellschaft überlassen." 1717 bitten die genannten Schützen in dem Amt Ostrach um einen "Beytrag" zum Schießen. Am 9. Januar 1718 benötigt die gnädige Herrschaft eine geeignete Unterkunft für den Bannwarth Jacob Dobler, ehemaliger Wachtmeister, den sie Tag und Nacht in allen Begebenheiten anstellen wollen. "Sämtliche Schützen in dem Amt Ostrach bitten vermögens einge­legter Memorafis‑Denkschrift unterthänigst, weil das aus Schützenaigenen Kösten' gebaute Schießhäuslein von der Herrschaft zu einer Wohnung zugerichtet worden, es möchte Hochw. gnädige Herrschaft gnädigst geruhen, ihnen nicht allein ein anderes sicheres Plätzchen, welches Franz Stür, Oberwirt (Hirschwirt) von seinem Lehns­garten hergeben wollte, sondem auch die hierzu notwendigen Pau‑Materialien an­weisen zu lassen." Es erging folgender Bescheid: "Weyl gnädige Herrschaft das alte Schützenhäuslein vorgebrachtermaßen an sich gezogen und etweicher anderer Nutzen damit geschafft, wird die Schützengesellschaft zu Ostrach zur Ergänzung eines anderen und neuen Schützenhäusleins das benötigte holtz und tach ange­wiesen, die übrige Besorgung aber der Gesellschaft überlassen. Den orth betref­fend, wo selbiges hinzusetzen, ist sicherheitshalber ein Platz in dem oberen Wirt­schaftsgarten. Zwar nicht ohndienlich, ob es aber zur Räumlichkeit des Pfarrhofes und ohne Ver­hinderung der Andacht geschehen könne, würde von den Herren Pfarr‑Vicaris zu Ostrach zu vernehmen sein, welche auf geschehenes anfragen, kein Bedenkhen noch hindernüß hirin gefunden." Leider konnte bislang noch nicht festgestellt wer­den, warum der schon genehmigte Bau nicht erstellt wurde, auch nicht wo in der Folgezeit die notwendigen erforderlichen Schießübungen stattfanden. Heute noch lebende Schützen berichten, dass im Saal zum "Grünen Baum" Schieß­übungen gehalten wurden. 1932 bauten die Ostracher Schützen aus eigenen Mit­teln ein Schießhaus mit Schießanlage beim Sportplatz an der Turnhalle (heutiges Haus der Familie Josef Wild) an der Schießstattstraße. Hier entfaltete sich ein re­ger Schießbetrieb, bis er im Jahre 1945 bei Kriegsende völlig eingestellt wurde. Erst 1953 erteilte die französische Militärregierung die Genehmigung hierzu wieder. Im Nebenzimmer des Gasthauses zum "Hirsch" fanden Schieß­übungen statt, später im Gasthaus zum "Schwanen" in Unterweiler ebenso in Laubbach und Königseggwald. Mit der Übernahme der Vorstandschaft im Jahre 1965 durch Elektromeister Alfons Klein wurden geordnete und gesicherte Schießsportmöglichkeiten geschaffen. Der Verein trat in den Deutschen Schützenbund ein, für die Mitglieder wurde eine Versicherung abgeschlossen. 1966 fanden im Saal des Gasthauses zum "Goldenen Löwen" in Königseggwald Freundschaftsschießen statt, bei denen man die Vereinigung mit den dortigen Schützenbrüdern beschloss. Nach vergeblichen Bemühungen, dort einen Schießstand zu erstellen, versuchte man an der Straße nach Wangen einen geeigneten Platz zu erwerben. Die schwierigen An‑ und Ausfahrtverhältnisse, aber auch die Ungewissheit über die geplante und anstehende Umgehungsstraße von Wangen nach Ostrach zwangen zu weiteren Überlegungen. Im Mai 1970 erwarb man die bisherige Abfallgrube von Karl Kuom südlich des ehemaligen Torfwerks. Nach der Besichtigung von Sachverständigen für Schießanlagen reichte der Verein Pläne ein, die vorn Landratsamt Sigmaringen genehmigt wurden. Noch im Mai 1970 konnte mit dem Bau des Schützenhauses und der Schießanlage begonnen werden. Staatliche Mittel wurden nicht in Aussicht gestellt. Die Ge­meinde Ostrach stellte auf Antrag erfreulicherweise einen Baukostenzuschuss von 1000 DM zur Verfügung. Ein weiteres zinsloses Darlehen wurde von privater Seite beigesteuert. Der Bau musste in eigener Regie, oft bis tief in die Nachtstunden bei Scheinwerferlicht, weitergeführt werden. Am 3. Oktober 1970 feierte der Verein das Richtfest. Der Innenausbau ging im Winter 1970 / 71 flott vonstatten und auch der Außenputz konnte im Laufe des Sommers 1971 angebracht werden. Am 21./22. August 1971 übergab man dieses stolze Gemeinschaftswerk der Schützen seiner Bestimmung.